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Wallfahrt




Die Wallfahrt auf dem Kreuzberg

Viele Wallfahrtskirchen verdanken ihre Entstehung einem Wunder oder einer Erscheinung, jedoch nicht die Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg. Der Ursprung der Wallfahrt auf dem Kreuzberg liegt im tiefen Glauben der Schwandorfer Bürger und in ihrer innigen Liebe zu Maria. Aufgrund dieser Liebe zu Maria wollten sie ihr zu Ehren eine Kirche errichten und sich unter ihren Schutz stellen. So sprachen am 18. Mai 1678 der Rat der Stadt und der Bürgermeister beim bischöflichen Konsistorium in Regensburg um die Erlaubnis zum Bau einer kleinen Kirche auf dem Kreuzberg vor. Diese Erlaubnis wurde am 8. Juni 1678 erteilt, aber bereits am 18. Juni 1678 wieder zurückgezogen, wahrscheinlich bedingt durch einen Einspruch von Stadtpfarrer Wolfgang Christoph Mayr.

Die Schwandorfer ließen sich dadurch aber nicht in ihrem Bestreben nach dem Bau einer Kirche entmutigen. Deshalb setzten sie sich mit großem Eifer für die Rücknahme dieses Widerrufes ein. Somit konnte im Spätherbst 1678 doch der Grundstein zur Kirche gelegt und von Stadtpfarrer Wolfgang Christoph Mayr gesegnet werden. Bereis ein paar Jahre später wurde der Bau vollendet. Franz von Weinhardt, Weihbischof von Regensburg, konsekrierte die Kirche am 24. September 1679.

Durch die neue Marienkapelle erfreuten sich die Wallfahrten auf dem Kreuzberg schnell einer immer größer werdenden Beliebtheit. Pfarrer Mayr berichtet in seinen Aufzeichnungen von einer gesunden Kirchenkasse, die die Schwandorfer zum Großteil selbst gefüllt haben, was ein Zeichen für ihre Liebe und Hingabe zur Gottesmutter ist. Die Anzahl der Wallfahrten steigerte sich jedoch erst mit Aufstellung des Marienbildes, das der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg von Stadtpfarrer Matthias Schmidt vermacht wurde. Schmidt war Stadtpfarrer in Schwandorf von 1647 bis 1664 und später in Cham, wo er auch verstarb und in der Pfarrkirche beigesetzt wurde. So kamen nach kurzer Zeit immer mehr Pilger auf den Kreuzberg. Sie waren aus dem Schwandorfer Umland, ja bis von Regenstauf.

Das Marienbild hatte Schmidt wahrscheinlich durch seinen Bruder Caspar erworben. Dieser wohnte in München, unweit der Peterskirche, in der das Bild sehr verehrt wurde. Pfarrer Schmidt lernte das Bild dort kennen und war so sehr davon gefesselt, dass er eine Kopie in Auftrag gab. Auf Bitten seines Schwagers, Christoph Jakob Maxenberger, der sich sehr für den Bau der Kreuzbergkirche eingesetzt hatte, überließ er das Bild schließlich den Schwandorfern.

Die Wallfahrt zum Kreuzberg ließ sogar andere Wallfahrten aussetzen oder ganz wegfallen. So wurde zum Beispiel die Wallfahrt nach Neukirchen Hl. Blut gänzlich gestrichen oder die Wallfahrt nach Burglengenfeld nur noch alle drei Jahre begangen. Die gegründeten frommen Stiftungen finanzierten heilige Messen auf viele Jahre hinaus.

Des Weiteren entstand in der Stadt mit dem Kapuzinerkloster ein religiöses Zentrum, dessen Gründung auf die Fronbergerin Freifrau Susanna von Spierling und Stadtpfarrer Wolfgang Christoph Mayr zurückgeführt werden kann. Im Jahre 1680 ist die erste Niederlassung der Kapuziner verzeichnet. 1685 wurde der Bau eines Klosters begonnen, das die Kapuziner 1690 bezogen und 1693 Weihbischof Albert Ernst von Wartenberg die Klosterkirche St. Magdalena konsekrierte. Die Ansiedelung und Aktivität der Kapuziner führte zu einem weiteren Wachstum der Wallfahrt. Dadurch wurde eine Erweiterung der Marienkapelle auf dem Kreuzberg notwendig. Einzig und allein Christoph Jakob Maxenberger, die eigentliche treibende Kraft der Wallfahrt, erlebte die Fertigstellung des Neubaus nicht mehr. Er starb 1698.
Da im Grundriss des zweiten Erweiterungsbaus von 1782 der Grundriss der ersten Erweiterung von 1698 enthalten ist, ist davon auszugehen, dass die alte Kirche mit der neuen Kirche einfach überbaut wurde, damit die Wallfahrt nicht gestört wird. Die Annahme verstärkt sich mit dem Blick auf den Abbruch der Kirche 1945. Damals wurde eine nachträglich zugemauerte Türe entdeckt, die aus der Sakristei in die Kirche geführt hatte. Große Bedeutung für den Erhalt und Fortbestand der Wallfahrt hatte auch die Errichtung der Skapulierbruderschaft auf dem Kreuzberg im Jahre 1722.

Während der Zeit der Kapuziner war es um die Wallfahrt auf dem Kreuzberg sehr gut bestellt.

So fanden monatliche Versammlungen der Bruderschaft mit Prozession und Predigt statt, welche immer mehr Pilger anzogen. Nachdem das Hospiz im Jahre 1802 aufgehoben wurde, erlitt die Wallfahrt einen Niedergang. Dieser konnte aber durch den intensiven Einsatz der nachfolgenden Stadtpfarrer Dr. Steiner (1800-1839) und Andreas König (1843-1874) überwunden werden. Sobald die Wallfahrtsseelsorge durch die Karmeliten 1889 übernommen wurde, führten diese die monatlichen Versammlungen wieder ein, so wie es vorher die Kapuziner gehalten hatten.

Bis heute finden ist jeden dritten Sonntag im Monat Skapuliersonntag. Außerdem finden zahlreiche andere Wallfahrten statt, für die viele Pilger eine weite Anreise in Kauf nehmen.

Die wichtigsten Wallfahrtstermine im Jahr sind:

1. Wallfahrtstag: Christi Himmelfahrt
2. Wallfahrtstag: Skapulierfest (3. Sonntag im Juli)
3. Wallfahrtstag: Patrozinium (Mariä Himmelfahrt)
 

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